Lebensraum Gewässer - Sedimentdynamik und Vernetzung

Von ganz nass bis ganz trocken – naturnahe Flussökosysteme sind weit mehr als nur Wasser: Sie bilden einen Korridor, der Kiesbänke, Auenwald und Tümpel umfasst. Fliessgewässer gehören damit zu den vielfältigsten Lebensräumen der Erde. Im Englischen wurde dafür ein neuer Begriff geschaffen: «riverscapes» oder Flussschaften – in Abgrenzung und Analogie zu «landscape», der Landschaft. Ein Grund für die Vielfalt ist die Dynamik. So zerstören und schaffen Hochwasser Lebensräume, etwa indem es zu Sedimentumlagerungen kommt. Tiere und Pflanzen haben sich an die Dynamik angepasst und sind oft sogar von ihr abhängig. Viele Fliessgewässer haben ihre Dynamik durch Verbauungen und Regulationen verloren. Die Wiederherstellung der Dynamik ist eine komplexe Aufgabe, insbesondere in einem intensiv genutzten Land wie der Schweiz.

Im Forschungsprojekt «Lebensraum Gewässer – Sedimentdynamik und Vernetzung» wird das Thema der vorhergehenden Programmphase – Sedimente und Sedimentdynamik – aufgrund seiner Aktualität und Dringlichkeit weiter vertieft und ausgeweitet, immer sowohl hinsichtlich wasserbaulicher als auch ökologischer Aspekte. Dabei steht der Einbezug der Vernetzung im Vordergrund. Das Projekt fokussiert auf zwei Schwerpunkte:

  1. Feststofftransport: Bedeutung hinsichtlich Sicherheit und Ökologie, vor allem in mittelgrossen Gewässern und
  2. Gewässerraum: Optimale Gestaltung, Nutzung und Unterhalt hinsichtlich Sicherheit und Ökologie.

Projektleitung
Anna Belser (BAFU, Projektkoordination)
Carmelo Juez Jiménez (LCH)
Christoph Scheidegger (WSL)
David Vetsch (VAW)
Christine Weber (Eawag)

Begleitgruppe
Kantone: Norbert Kräuchi (AG), Christian Marti (ZH), Vinzenz Maurer (BE), Erik Olbrecht (GR), Pascale Ribordy (FR), Thomas Stucki (AG)
Weitere: Lukas Hunzinger (Flussbau AG SAH), Benjamin Leimgruber (AquaViva), Tamara Ghilardi (CSD Ingenieurs SA), Roger Pfammatter (SWV), Sandro Ritler (Holinger AG)

Lenkungsausschuss
BAFU: Rémy Estoppey, Susanne Haertel-Borer, Andreas Knutti, Carlo Scapozza
Forschungsinstitutionen: Robert Boes (VAW), Christoph Hegg (WSL), Anton Schleiss (LCH), Johny Wüest (Eawag)

Fachbegleitung BAFU
Diego Dagani, Katharina Edmaier, Lorenzo Gorla, Thomas Gregor, Christian Holzgang, Stephan Lussi, Antoine Magnollay, Manuel Nitsche, Martin Pfaundler, Adrian Schertenleib.

Letzte Änderung: 20.07.2018

Projektdauer

2017-2021

Übersichtsartikel