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Flussrevitalisierungen - Synergien zwischen Hochwasserschutz und Ökologie
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Flussrevitalisierungen - Synergien zwischen Hochwasserschutz und Ökologie
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Donnerstag 25. November 2010, 09.30 - 16.30 Uhr
Kulturhalle 12, Fabrikstrasse 12, 3012 Bern
Das Projekt “Integrales Flussgebietsmanagement”, welches von verschiedenen ETH-Bereichs-Institutionen und dem BAFU getragen wird, hat am 25. November 2010 eine Tagung mit dem Titel “Flussrevitalisierungen: Synergien zwischen Hochwasserschutz und Ökologie” organisiert. Die Veranstaltung bot eine internationale Plattform zur Förderung des Informationsaustausches zwischen Experten aus der Forschung, Praxis und politischen Ämtern. Ein Fazit vorweg: die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Wasserbauern, Ökologen und Planern wird in Zukunft unerlässlich, um den vorhandenen Defiziten in unseren Fliessgewässern entgegenzuwirken.
Rund 250 Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen der Forschung, Energiewirtschaft, kantonale und eidgenössische Verwaltung, Umweltbüros, Umweltschutzorganisationen fanden ihren Weg nach Bern, um über neue Perspektiven für die Revitalisierung von Fliessgewässern in der Schweiz zu diskutieren. Das Interesse an der Tagung war beachtlich. Einigen Interessenten blieb die Teilnahme aus Platzgründen sogar verwehrt.
Revision des Gewässerschutzgesetzes
Die Tagung wurde von zwei Vertretern des BAFU eröffnet. Stephan Müller (Abteilung Wasser) und Olivier Overney (Sektion Hochwasserschutz) präsentierten im ersten Teil die neuen gesetzlichen Richtlinien im Gewässerschutz und stellten die Herausforderungen dar, welche die Gesetzesrevision für Kantonale Behörden und die Forschung mit sich bringt. Der Anforderungskatalog ist hoch: Neben der Revitalisierung der Gewässer, der Sanierung von Wasserkraftwerken (Verminderung von Schwall- und Sunk-Ereignissen) und der Reaktivierung des Geschiebehaushalts soll auch die Fischgängigkeit wiederhergestellt sowie der nötige Gewässerraum gesichert werden. Gerade der letzte Punkt ist der brisanteste: Für die erfolgreiche Revitalisierung von Flüssen und Bächen wird Raum benötigt - die knappste Ressource der Schweiz. Dieser Umstand birgt stets neuen Anstoss für Interessenskonflikte in der Umsetzung von Revitalisierungsprojekten.
Integrales Flussgebietsmanagement
Im zweiten Teil der Tagung zeigte das Forschungsprojekt anhand von durchgeführten Untersuchungen, dass unterschiedliche Interessensgemeinschaften durchaus zusammenwirken können. So untersuchen Anton Schleiss (Laboratoire de constructions hydrauliques LCH - EPFL) und Roland Fäh (Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie VAW - ETHZ) die Strömungs- und Habitatvielfalt der Fliessgewässer, um konstruktive Lösungen im Hochwasserschutz bei engen Raumverhältnissen zu finden. Um gleichzeitig ökologische Aufwertungen der Fliessgewässer zu ermöglichen, arbeiten die Wasserbauer eng mit den Ökologen Armin Peter (Eawag) und Christoph Scheidegger (Eidg. Foschungsanstalt WSL) zusammen, die ihrerseits die Habitat- und Artenvielfalt sowie die Vernetzung der Fliessgewässer und der angrenzenden terrestrischen Gebiete untersuchen. Die Projektpartner präsentierten an der Tagung die wichtigsten Zwischenergebnisse der laufenden Studien und betonten, dass neben der Wiederherstellung unterschiedlicher Habitate die Förderung dynamischer Prozesse und vernetzter Lebensräume wesentlich ist. Sie zeigten auch neue Konzepte für die naturnahere Gestaltung flussbautechnischer Massnahmen, die trotzdem den Ansprüchen des Hochwasserschutzes gerecht werden.
Ein Blick auf Europa
Durch die Einladung ausländischer Referenten mit unterschiedlichem Hintergrund ermöglichte der dritte Teil der Tagung einen tieferen Einblick in die Entwicklung von Revitalisierungsprojekten in Europa. Der Landschaftsökologe Roland Jansson (Universität Umeå) präsentierte seine Erfahrungen über ökologische Aufwertungen von Flüssen, die ursprünglich für die Flösserei kanalisiert worden sind. Der Gewässermorphologe Hervé Piégay (Universität Lyon) berichtete über die Massnahmen, die bisher in Frankreich getroffen wurden. Beide betonten, dass Flussrevitalisierungen stetig weiterentwickelt werden müssen, um bestehende Prozesse wiederherzustellen und zu erhalten. Der Fischökologe Mathias Jungwirth (Universität für Bodenkultur Wien) zeigte die Entwicklung der Revitalisierungsmassnahmen in Österreich von den 70er Jahren bis heute auf. Der Ökologe Benno Kügel (Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt) stellte die eindrücklichen Revitalisierungsprojekte der Donauauen und der Isar in Bayern vor, die heute als attraktive Erholungsgebiete für die Bevölkerung gelten. Die letzten beiden Referenten empfahlen, bei Revitalisierungsprojekten in der Schweiz den Mehrwert für die Bevölkerung zu betonen.
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